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Newsletter Januar 2004

mer 07/01/2004 - 23:48

Alle Freunde und Sammler historischer Fahrzeuge hatten miterlebt wie vor einigen Jahren ein Projekt angelaufen ist welches bei vielen Gleichgesinnten ganzes Interesse hervorbrachte. Viele wurden damals Mitglied eines neu gegründeten Vereins, der sich zum Ziel gesetzt hatte, ein nationales Konservatorium für historische Fahrzeuge zu planen und zu betreiben. Somit ging ein langersehnter Traum vieler Sammler in Erfüllung, in Luxemburg eine solche Struktur zu erstellen, welche es erlaubt das industrielle kulturelle Erbe, auf dem Gebiet der Fahrzeuge, zu erfassen und zu zeigen.

Von alleine konnte der Verein, der 1997 gegründet wurde, dieses Projekt jedoch nicht realisieren. Drei wichtige Partner waren dazu notwendig. Zuerst war es die Familie Meris-Wagner, Besitzerin der früheren „Kutschenfabrik Jean WAGNER“ in der Rue de Stavelot in Diekirch, dann war es die Stadt Diekirch und zu guter letzt der Staat.

Die Rolle der einzelnen Partner

Die Garage WAGNER war in dem Augenblick schon seit fast 10 Jahren in ein neues Gebäude am Bahnhof Diekirch umgezogen. Nachdem ein erstes Grundkonzept vorlag, welches vom Kulturministerium (Denkmalschutzamt) in ein erstes architektonisches Programm aufgenommen wurde, kam der Stein ins Rollen.

Die Stadtverwaltung Diekirch, zeigte sofort Interesse am Projekt, und war bereit die Immobilie aufzukaufen und zu musealen Zwecken umzugestalten.

Gleich mit im Boot war auch die Regierung, vertreten durch die beiden Ministerien, zuständig für Kultur und Tourismus. Es wurde in Aussicht gestellt, dass das Projekt unterstützt werde, unter der Bedingung, dass es in die nationale Politik des Fremden-verkehrs und der Denkmalpflege hineinpasst. Um dies zu garantieren, wurde der ganze Gebäudekomplex, mit seiner prägenden Jugendstilfassade, als nationales Denkmal einklassiert.

Die Initiatoren des Projektes zeigten sich bereit, einen Verein zu gründen, der während der Bauzeit eine Begleitfunktion übernahm und der sich verpflichtete, das Konservatorium nach seiner Fertigstellung zu betreiben.

Ein langer aber nützlicher Weg vom ersten Gedanken zur Realisierung

Gut Ding will Weile haben!“ dieses Sprichwort hat sich auch diesmal bewahrheitet.
Das Projekt steht kurz vor seiner Fertigstellung und wird noch vor Ostern 2004 der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Restaurierung der alten Kutschenfabrik wurde parallel vom Staat und der Gemeinde Diekirch vorgenommen. Die Ausgaben erstreckten sich auf mehrere Haushaltsjahre.

cnvh

Abriss und fachgerechte Restaurierung des Eingangsbereiches

 

Dies hatte auch den Vorteil, dass die Vereinigung alle Vorbereitungen treffen konnte, die zu einem solchen Projekt notwendig waren. Am Anfang war es wichtig die ganze „Oldtimerszene“ hinter das Projekt zu bekommen. Dies konnte erreicht werden, denn bis heute konnten viele neue Mitglieder geworben werden, welche nicht nur die Idee unterstützten, sondern welche sich auch bereit erklärten ihre Fahrzeuge, Dokumente und andere wertvolle Objekte dem Konservatorium zur Verfügung zu stellen. Nach außen hin knüpfte der neu gegründete Verein Kontakte zu anderen Technik und Automobil-Museen, einerseits um Erfahrungen zu sammeln, andererseits um mögliche Partnerschaften aufzubauen. Dies war eine sehr wichtige Aufgabe, denn das Nationale Konservatorium befindet sich in einer Großregion in welcher andere Museen desselben Typs bestehen. Bis heute wurden folgende Partnerschaften aufgebaut werden:

 

  • Mercedes-Benz Museum in Sindelfingen / Stuttgart,
  • Technik Museen in Speyer und in Sinsheim,
  • Musée du Circuit in Stavelot,
  • Musée l’Automobile de Lorraine,
  • Autoworld in Brussel.

 

Diese Kontakte müssen auch weiterhin gepflegt werden, denn nur so kann es zu einem Austausch von Erfahrungen, Know-how, Exponaten und auch Kunden kommen. Schon bei der Eröffnung, Anfang April dieses Jahres, wird sich zeigen ob diese Zusammen- arbeit auch konkret umgesetzt werden kann.

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Ausstellung vor dem Baubeginn

Das museale Konzept des Hauses, welches vom spezialisierten Planungsbüro, PLUM, DRASDO und WITTE aus Düsseldorf ausgearbeitet wurde, wird zur Zeit durchgeführt. Letzte Bauarbeiten sollten bis Mitte Februar abgeschlossen sein. Verschiedene Einrichtungselemente für Shop, Cafeteria und Konferenzsaal müssen angeschafft und installiert werden. Neben diesen Arbeiten geht es aber vor allem darum, die Zeit zu nutzen eine erste Ausstellung mit Exponaten zu bestücken. Das Konservatorium will alle Bauperioden historischer Fahrzeuge vorstellen, von den Anfängen bis in die 60er Jahre. Vor allem geht es darum das „rollende Erbe“ zu zeigen, welches in diesem Bereich hierzulande besteht. Die Ausstellung beschränkt sich jedoch nicht nur auf Automobile, es ist ja mehr als ein Automuseum, sondern zeigt auch Motorräder, Fahrräder, Traktore und andere Exponate welche den Zeitgeist der jeweiligen Epochen wieder spiegeln.

Zusammenarbeit mit allen Sammlern!

So wie von Anfang an gedacht, werden in der Regel die Exponate von ihren Besitzern zur Verfügung gestellt. Dies geschieht mittels Vertrag, beschränkt auf eine festgelegte Zeitdauer (zwischen 3 und 6 Monaten), und unter Bedingungen welche dem Besitzer die größtmögliche Sicherheit geben, dass der er seine Leihgabe so zurückerhält wie er sie ausgeliehen hat.

So bleibt die gesamte Ausstellung ständig in Bewegung, und dies bestimmt im Interesse der Besucher, der Betreiber sowie auch der Eigentümer selbst. Fahrzeuge sollen gefahren werden und nicht in Museen ihr letztes Dasein fristen. Aus den Erfahrungen anderer Museen war zu hören, dass hier die Exponate regelrecht festfrieren, so dass sie später nicht mehr in Gebrauch genommen werden können.

Unser Haus verfolgt eine neue Politik auf dem Gebiet, auch wenn vorauszusehen ist, dass eine solche Vorgehensweise viel arbeitsaufwendiger ist.

 

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Exponat aus dem Technik-Museen in Speyer

 

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Benz Velo Rekonstruktion der J.E. LENOIR - Stiftung

 

Da das Konservatorium nicht nur Fahrzeuge ausstellen will, sondern auch Objekte und Dokumente welche im Zusammenhang, mit den Fahrzeugen oder den jeweiligen Perioden des 20. Jahrhunderts, stehen, ist der Verein natürlich auch an solchen Exponaten interessiert.

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Auch Motorräder sind willkommen

 

Selbstverständlich werden diese Leihgaben auch mit entsprechenden Konventionen entgegengenommen. Besonders interessant sind diese Ausstellungsstücke, wenn sie in einem Verhältnis zu ausgestellten Fahrzeugen stehen, wie zum Beispiel Bordpapiere, Fahrerhandbücher, Werkzeuge, Reparaturanleitungen, Ersatzteile, Prospekte, Kontrollkarten usw.

Auf diese Art und Weise wird die Ausstellung zu einem wahren Erlebnis für Mitglieder, Betreiber und Besucher.

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Handwerksgeschirr der 30er Jahre

Eröffnungsdatum des CNVH

Voraussichtlich findet die feierliche Eröffnung am Freitag den 2. April 2004 statt.

In der Sommersaison wird das Konservatorium täglich geöffnet sein, außer Montags.

 

Jean-Pierre Dichter,
Präsident
„Conservatoire National de Véhicules Historiques"