Die Ursprünge der Familie Wagner
Die Wurzeln der Familie Wagner reichen bis ins 18. Jahrhundert zurück, als sie sich in Diekirch niederließen. Ursprünglich aus dem Dorf Zittig stammend, erlangte die Familie im Laufe der Jahrhunderte Ansehen und Wohlstand. Der Name Wagner wurde in Diekirch vor allem durch Jean Wagner Senior bekannt, der 1871 die Wagenfabrik Jean Wagner gründete und damit den Grundstein für das unternehmerische Erbe der Familie legte.

“Erfolg hat man, wenn man dann weitermacht, wenn es schwierig ist.”
— Valentine Meris-Wagner

Jean Wagner Senior: Vom Bauernsohn zum Unternehmer
Jean Wagner Senior, geboren 1846, wuchs in einer Zeit des wirtschaftlichen Wandels auf. Nachdem er in Frankreich das Handwerk des Kutschenbaus erlernt hatte, gründete er 1871 in Diekirch die Wagenfabrik Jean Wagner. Anfangs stellte das Unternehmen Kutschen her, später erweiterte es sein Angebot auf Automobile. Die Innovationsfreude und der Unternehmergeist von Jean Wagner und seinen Söhnen führten dazu, dass das Unternehmen eines der ersten war, das Benz-Automobile außerhalb Deutschlands verkaufte.
Der Aufstieg und die Expansion des Unternehmens
In den 1890er Jahren traten auch Jean Wagners Söhne in das Familienunternehmen ein. Das Unternehmen florierte, und durch die Partnerschaft mit Carl Benz wurde es zu einer der ersten Benz-Vertretungen außerhalb Deutschlands. 1920 übernimmt dann einer der Söhne Jean Wagner Junior und führt es unter dem Namen „Grand Garage Jean Wagner“ weiter. Zu dieser Zeit Jahren expandierte die Firma weiter: Es wurden neue Verkaufsräume in Diekirch und Luxemburg-Stadt eröffnet, und das Unternehmen wurde zu einem wichtigen Akteur in der luxemburgischen Automobilindustrie.


Valentine Wagner: Eine Frau an der Spitze
In den 1930er Jahren übernahm Jean Wagners Tochter Valentine die Führung des Familienunternehmens. Trotz der damaligen Vorbehalte gegenüber Frauen in Führungspositionen führte sie das Unternehmen zu neuen Erfolgen. Unter ihrer Leitung expandierte die Firma weiter, und 1959 erfolgte die lang ersehnte Expansion nach Luxemburg-Stadt. Valentine prägte das Unternehmen bis 1997, als sie es schließlich an Mercedes-Benz verkaufte. Mit diesem Verkauf endete die unternehmerische Geschichte der Familie Wagner.
Die Entstehung des Museums
1997, im selben Jahr, in dem Valentine Wagner das Unternehmen verkaufte, wurde der Verein gegründet, der das Ziel hatte, ein nationales Konservatorium für historische Fahrzeuge zu schaffen. Die Familie Meris-Wagner, die ehemalige Besitzerin der „Fabrique de voitures Jean Wagner“, spielte eine zentrale Rolle bei der Verwirklichung dieser Vision. Mit Unterstützung der Stadt Diekirch und des luxemburgischen Staates wurde das historische Gebäude, das einst die Wagner-Fabrik beherbergte, restauriert und als Denkmal klassifiziert. 2004 öffnete das Museum seine Türen und bewahrt seitdem ein wertvolles Stück luxemburgischer Geschichte.

